Gaudi pur in Kuckum

Erkelenz. Seit 22 Jahren bringt das Oktoberfest der St. Antonius Bruderschaft Stimmung in die Region und verbindet Jung und Alt. Dass sich der Ruf der Sause mittlerweile herumgesprochen hat, beweisen Gäste von weit her. Von Natalie Urbig

Es ist 21 Uhr: Obwohl das Oktoberfest in Kuckum schon seit gut zweieinhalb Stunden in vollem Gange ist, bilden sich draußen vor dem Festzelt immer noch Schlangen von herbeiströmenden Gästen. Eine der Wartenden ist Isabelle Höbel. Zum ersten Mal ist sie beim Oktoberfest der St.-Antonius-Schützenbruderschaft dabei.

Isabelle kommt aus Düsseldorf und kannte Kuckum bisher nur von Erzählungen. Doch: „Ein Besuch beim Münchner Oktoberfest musste in diesem Jahr leider ausfallen“, erzählt die 23-Jährige. „Aber meine Freunde meinen, Kuckum könne als Ersatz locker mithalten. Nun lasse ich mich mal überraschen.“ Drinnen angekommen, geben Isabelle und ihre Freunde erst einmal ihre Jacken ab, ehe sie sich einen Weg durch die Menge bahnen, vorbei an Stehtischen, blau-weiß dekorierten Bierzeltgarnituren und der riesigen Tanzfläche. Dort heizt die bayrische Band „Partylumpen“ ihren Gästen ordentlich ein. Ihr Repertoire reicht von Alpenrock, Partyhits, Rock- und Popklassikern bis hin zu aktuellen Chartsongs. „Ganz schön voll hier“, stellt die 23-jährige Isabelle fest und entdeckt schließlich in der Mitte des Zeltes ein paar freie Plätze.

Stammbesucher auf der Wies’n

Keineswegs zum ersten Mal dabei sind Marie Totten und Catherina Abels. Schon viele Jahre lang sind sie treue Besucher der Sause in Kuckum und wissen genau, was eine gute Wies’n-Gaudi ausmacht. „Die Atmosphäre hier ist immer wieder super“, sagt Marie Totten. Dafür sorgt nicht zuletzt der Zeltimbiss mit bayrischer Küche. Derweil erlebt ihre Schwester Daniela Totten das Oktoberfest einmal von einer ganz anderen Seite. Das erste Mal steht sie hinter der Theke, viele Krüge Bier hat sie schon gefüllt. Dennoch hat sie Spaß an der Arbeit: „Es ist ganz angenehm“, erzählt sie gut gelaunt. „Man hat immer was zu sehen und bekommt auch mal etwas ausgegeben“, fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu.

Das Fest verbindet. Das fängt schon bei der Kleidung an. Dirndl und Lederhose treffen hier auf Jeans und modernes Partykleid. Aber auch Generationen kommen in dem riesigen Doppelfestzelt zusammen: So feiert Rosie Steufmehl hier den 51. Geburtstag ihres Bekannten, während wenige Tische weiter ihr 23-jähriger Sohn bei seinen Freunden sitzt. Bis zum frühen Morgen geht das Festprogramm der St.-Antonius-Schützenbruderschaft. Um halb drei hört die Band auf zu spielen. Auch Isabelle Höbel macht sich nun wieder auf den Weg nach Hause. Ihr Fazit: „Wieder mal ein sehr gelungener und spaßiger Abend.“
Quelle: RP

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