Wiesn-Gaudi in Kuckum

Erkelenz. Carmen Tabori (30) kellnert jedes Jahr beim Kuckumer Oktoberfest. Die Erkelenzerin und ihre Kollegen hatten am Wochenende wieder alle Hände voll zu tun. Rund 3300 Gäste feierten im Festzelt. Von Markus Peggen

Zehn Krüge trägt Carmen Tabori (30) mit beiden Händen, dazu setzt sie ihr freundlichstes Lächeln auf – die Erkelenzerin ist eine von vielen Kellnerinnen und Kellnern, die jedes Jahr dafür sorgen, dass die durstigen Kehlen beim Oktoberfest in Kuckum rasch zu ihrem frischen Gerstensaft kommen.

Festes Stammpersonal

Am Wochenende ging es beim großen Oktoberfest der St. Antonius-Schützenbruderschaft wieder hoch her. Rund 3300 Gäste kamen – für Carmen und ihre Kollegen ein Großeinsatz, denn die Bedienungen haben alle Hände voll zu tun, wenn es heißt „Die Krüge hoch“. Tabori zählt zum Stammpersonal von Zeltwirt Karl-Heinz Oellers. Sie ist schon zum vierten mal in Kuckum dabei. „Es ist sehr anstrengend, macht aber zugleich auch viel Spaß“, beschreibt sie kurz und knapp ihr „Heimspiel“. „Ich treffe natürlich hier auch besonders viele Bekannte, das ist sehr schön, wenn man die Leute kennt“, sagt Carmen. Diesmal hat sie ihren Platz an der Theke am Eingang. Die Gäste bestellen dort die „Einführungsrunde“, so nennen Klaus und seine Freunde das Auftaktbier. Carmen serviert schnell. Danach zieht der Trupp weiter, näher ran an die Bühne, wo die Stimmung kocht.

„Bayern-Power“ heißt die zehnköpfige Band, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert. Während die Besucher „nach und nach“ eintrudeln, hat der Arbeitstag für Carmen schon recht früh begonnen: „Seit Viertel vor fünf sind wir hier“, sagt die Erkelenzerin. „Dann müssen wir das Zelt noch party-tauglich machen, Tische eindecken und die Theke sauber machen.“ Rechtzeitig zum Einlass ist alles fertig, die ersten Besucher werden mit zünftiger Blasmusik eingestimmt vom Musikverein Hochneukirch. „Jetzt ist es noch ruhig“, schmunzelt Carmen, die an der Theke mal durchschnaufen kann.

Inzwischen sind auch die Sorgenfalten von der Stirn des Zeltwirts gewichen: Seine Garderoben-Frauen hatten sich verspätet, durch den Stau rund um den Borussia-Park nach der Nullnummer gegen Köln. „Halb so schlimm, sie sind alle da, alles noch mal gut gegangen“, sagt Oellers. Das ist auch das Stichwort für den Fassanstich: Professionell meistert Bürgermeister Peter Jansen den Job, zapft die ersten Biere selbst.

Dann geht’s „in die Vollen“. Wie lange? Das weiß Carmen gegen Mitternacht noch nicht. Nur so viel ist sicher: Es wird eine Nacht mit wenig Schlaf. Schon um Viertel vor Zehn geht es weiter mit dem Frühschoppen: Aber auch das ist kein Problem: „Ich bin eine Frühaufsteherin“, sagt die 30-Jährige lachend.
Quelle: RP

Comments are closed.